Oliver Christen
Architekten MA ZFH SIA

Oliver Christen

Architekten 


N°000 Casa Povera - Entwurfsstrategie zur Weiterentwicklung historischer Industrieareale

Masterthesis ZHAW von Oliver Christen

Wie kann zukünftig gebaut werden, um sowohl preiswerten als auch hochwertigen Raum zu schaffen?

Einleitung

Anhand des Oederlin Areals hat Oliver Christen in seiner Masterthesis die  Entwurfsstrategie "Casa Povera" zur Weiterentwicklung historischer Industrieareale durch kostengünstige Bauweise untersucht. Der Begriff leitet sich von der Arte Povera ab und umschreibt das Ableiten aus dem Ort respektive, das Verwenden von alltäglichen/gewöhnlichen Materialien und Konstruktionen im übertragenen Sinn. 


Thesis

Im Projekt wurde der Flächenkonsum einzelner Bewohner auf 21-33 m2 durch effiziente Grundrisse reduziert. Diese Reduktion wirkt sich wunschgemäss auf die Mietkosten aus. Doch die Masterthesis bearbeitet weit tiefgreifender die Thematik. Wie kann mit hochwertiger Architektur, Materialien und Raumqualität der Thematik des kostenbewussten Bauens begegnet- und gleichzeitig ein Ort identitätsstiftend und nachhaltig weiterentwickelt werden? Abgeleitet aus dem Bestand wurde eine Skelettstruktur aus Betonteilen erstellt und Kleinstwohnungen mit Gemeinschaftsräumen, Wohnateliers und Ateliers/Büros darin eingefügt. Trotz der starken Flächenreduktion, entstehen spannenden Raumabwicklungen, welche im Schnitt je nach Nutzen zum Teil überhoch oder teils niedrig sich abzeichnen. Mit dieser Arbeit gelingt es unterschiedliche Entwurfsaspekte aus Grundriss, Tragwerk und Konstruktion in Übereinstimmung zu bringen und hieraus spezifische und innovative Lösungsvorschläge zu entwickeln. So kann mit der These "Casa Povera" nicht nur ein für den Ort äusserst wünschbarer Spielraum in Bezug auf den soziologischen Aspekt gewonnen werden dank der wirtschaftlichen Bauweise, welche ein Zielpublikum ausserhalb des Luxussegments berücksichtigt, sondern mit der Fokussierung auf das Wesentliche und Direkte auch ein konsistenter architektonischer Beitrag zum Thema der Transformation historischer Industrieareale in unsere Zeit geleistet werden.

Die Masterthesis setzt sich mit hoher Komplexität mit dem Ort und der Thematik auseinander.


Begleitet durch Beat Weber, Ingrid Burgdorf, Franz Romero;   Fachexperten Daniel Meyer, Bauingenieur; Pete Widmer, Bauökonomie

Fakten zum Projekt: 21 - 33 m2 Wohnfläche pro Bewohner; 480.-/m3-Preis BKP 2

Das Gesamtareal wurde in der Master Thesis betrachtet, die dunklen Bauten sind Ersatzneubauten, welche die Heterogenität und Verspieltheit des Areal aufgreifen